Köln ist im Kunstherbst ein Mekka für Kunstinteressierte. Dafür sorgt die jährlich stattfindende ART.FAIR 21 – Messe für aktuelle Kunst. Internationale Galerien präsentieren in spektakulär kuratierten Kojen Einzelausstellungen, Themenlandschaften, Länderschwerpunkte, Installationen, große laute und kleine leise Formate. Vom 28. Oktober bis 1. November wird auf der innovativen und umsatzstarken Messe Kunst vermittelt. Newcomer, renommierte Künstlernamen, Museumsarbeiten und unterhaltsame Künstlerpositionen freuen sich auf 30.000 Kunstinteressierte, deren Kaufinteresse und Schaulust mit einer Dichte an Qualität belohnt wird.
MÄRKTE ORIENTIEREN SICH NACH KÖLN
Zu den sicheren Highlights dieses Jahr gehört der Gemeinschaftsstand niederländischer Galerien mit Petra Nostheide-Eÿcke (Nettetal), für deren Protagonisten - Maria Chailloux (Amsterdam), Witteveen (Amsterdam), new Untitled (Venlo), Wit (Wageningen), Katwijk (Amsterdam) - sich Köln zu einem wichtigen Absatzmarkt entwickelt hat. Auch umgekehrt registriert die ART.FAIR 21 zunehmendes Interesse an ihrem Marktplatz, der sich am stetigen Publikumszulauf aus den Benelux Ländern erfreut. Beeindrucken wird die herausragende Wandarbeit von Gijs Frieling, vertreten durch die Galerie Maria Chailloux (Amsterdam), die direkt für den Stand konzipiert und auf der Messe vom Künstler realisiert wird. Anreiz zum Schauen und Begreifen gibt auch die Großskulptur „A Sfinx“. Ist die Dimension 2.30 x 1.50 x 0.80 cm schon beachtlich, so wirkt diese Arbeit von Maria Smits am Stand von new Untitled aus Venlo in ihrer Nacktheit nicht minder. Der Haut entledigt zeigt sich eine schockierend interessante Figur, mit der die Künstlerin die Schöpfungsgeschichte interpretiert.
Seit einigen Jahren baut die ART.FAIR 21 in Köln den asiatischen Kunstmarkt auf und bildet damit immer wieder auch die erfolgreiche deutsch-chinesische Freundschaft ab, für die Kölns Wirtschaft bekannt ist. „Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist China nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht ein Land der unbegrenzten Mythen und Möglichkeiten. Gerade von der explosionsartig expandierenden chinesischen Kunst ist jüngst viel zu hören“, heißt es in der Ankündigung der zeitgleichen Ausstellung „Chinese Pop“ in der Kunsthalle Osnabrück, in der auch die folgenden chinesischen Protagonisten der Koje von Michael Schultz (Berlin/Seoul/Beijing) vertreten sind. Chen Wenbo wagt in seinen Werken einen ironischen Rückgriff etwa auf Jeff Koons und inszeniert alltäglich verfügbare Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände künstlerisch neu. Es sind gemalte Collagen - die zarten, der Tradition verbundenen chinesischen Landschaftsbilder - in die Huang Min ihre zeitgenössischen Landsleute und Touristen hineinprojiziert, die das Fremde konsumieren. Besucher werden magnetisch angezogen von den Großformaten, die eine komplette Kojenwand füllen. Ma Jun greift für seine filigranen Fayencen die westlichen Warenikonen auf und überzieht sie mit klassischer chinesischer Malerei - seien es Sportwagen, Radios oder Fernseher. Zou Cao bedient sich in seinen Peerless-Beauty-Arbeiten der millionenfach reproduzierten Porträts westlicher Ikonen des Showbusiness und blendet ihnen, gleichsam wie Schleier aus Spitze, in einer 16-teiligen Arbeit auf je 1m x 1m großen Tableaus ihre eigenen Fingerabdrücke vor.
Galerie Andreas Binder aus München präsentiert die junge chinesische Malerin Haiying Xu. Auch sie verbindet in ihrer Malerei Elemente aus Ost und West und spielt mit den Sehnsüchten der Menschen. Zentrales Thema in Haiying Xu`s Arbeiten ist die Erforschung ihrer eigenen Identität. So setzt sie sich in den immer wiederkehrenden Selbstportraits mit sich selbst auseinander. Sie begibt sich auf Spurensuche in ihrer Heimat China und dokumentiert und erforscht auf der Basis von Büchern und eigenen Fotografien die Wurzeln ihrer Kultur.
Die Kölner Galerie Ralph Schriever arbeitet mit Zhuan Hong Yi. Der Künstler studierte sowohl in seiner Heimat China als auch in den Niederlanden. Nachdrücklich verschmilzt er fernöstliche und westliche Elemente zu ganz neuen poetischen Malereien aus Acryl, Reispapier und Tusche.
Bäckerstraße 4 aus Wien bringt Mei-Fang Hsieh nach Köln. „Die Malerei soll ein farbiges Spektakel verschiedener collageartig zusammengefügter Stile sein, ein Konglomerat aus meinen Erfahrungen in der asiatischen und europäischen Kultur und zufällig entdeckten Anregungen aus verschiedenen Medien, eine Reise durch Vergangenheit und Gegenwart“, sagt die Künstlerin über Ihre Arbeit.
Miguan Zhang, Yongbo Zhao wird von der Galerie KK (Essen) ausgestellt. Alle Arbeiten fußen in der malerischen Tradition Chinas.
Bei Xianwei Zhu erscheint die Natur als Landschaft, die latent immer vorhanden ist. Sichtbar sind die Einflüsse der Philosophie des Zen, denen auch die Selbstironie nicht fremd ist. Gezeigt auf der ART.FAIR 21 von der Galerie Z.Frische Kunst aus Stuttgart.
SAMMLER NUTZEN IHRE CHANCE
One Man Shows, Installationen und thematische Ausstellungen inspirieren zu Entdeckungen und geben Anlass, Neuentwicklungen eines Künstlers intensiv zu verfolgen.
»One Man Shows«
zeigen, ob Newcomer oder renommierter Name, die besten Pferde im Stall einer Galerie. Daher sollte man folgende Kojen nicht verpassen:
Die Stuttgarter Galerie Dengler und Dengler stellt die Berliner Fotografin Sabine Wild aus. Ihre zumeist menschenleeren Stadtbilder stehen im Zentrum mehrerer Spannungsfelder, zwischen präziser Photographie und gestischer Malerei.
Die bildhauerische Reminiszenz des Künstlers Ottmar Hörl an Joseph Beuys ist am Stand von Maisenbacher Art aus Trier zu bewundern.
Aus Frankfurt bringt Mühlfeld und Stohrer eine Soloshow des Kölner Malers Markus Fräger. Malerei ist ein Hauptthema auf der ART.FAIR 21 und von diesem Künstler auf besondere Weise getroffen. Warum die Bilder dieses jungen Malers in die vatikanische Sammlung aufgenommen wurden und jetzt seit Kurzem im Neumünster in Würzburg hängen? Vielleicht, weil sie die Bild gewordene existenzielle Frage stellen, ob man sich mit dem begnügen will, was ist.
»Große Formate«
Wer fühlt sich nicht wie magisch angezogen von den großen, überragenden Formaten in der Kunst, die selten eine ausreichende Fläche finden, auf der die ganze Ausdruckskraft, die der Künstler in sie hinein gelegt hat, Entfaltung findet. Auf der ART.FAIR 21 geben Galerien ihren Künstlern den Raum zur Präsentation ihrer großen Kunst.
Zu den atemberaubenden Kunstwerken auf der ART.FAIR 21 gehört mit Sicherheit die Installation „Cages“ des Künstlers Stephan Kaluza. Bis zu 20 Holzkäfige umfasst die Lebend-Performance auf dem Stand der Galerie Michael Schultz. „Cages“ stellt den Versuch dar, mit rein bildlichen Mitteln die antike Tragödie nachzuvollziehen und neu zu interpretieren. Dabei lotet der Künstler auch das Spannungsfeld zwischen Real-Performance und Fotografie aus. Sicher ist, dass das Publikum der Dimension einer Installation begegnet, die mit lebendigen Figuren dem Wesen des Theaters nachspürt.
Eine Videoinstallation auf 11 Bildschirmen präsentiert die Galerie Voss (Düsseldorf). Die Galerie bringt den japanischen Künstler, Masaharu Sato, erstmals auf den deutschen Markt. Große Erfolge konnte Masaharu Sato bereits mit mehreren Ausstellungen in Asien, unter anderem im Seoul Museum of Art oder als Preisträger des Taro Okamoto Award for contemporary art verzeichnen. Jetzt stellt der junge Künstler als zentrale Arbeit auf der ART.FAIR 21 die Videoarbeit „Avatar“ aus. Elf, mit digitalem Zeichenstift angefertigte Zeichnungen wurden zu kleinen, 3-minütigen Sequenzen animiert, die Gesichter verschiedener Menschen in unterschiedlichen Situationen zeigen.
Im vergangenen Jahr ging die Installation „Vögel“ von David Hochbaum von der Messe mit einem Sammler auf die Düsseldorfer „KÖ“. Auch dieses Jahr bespielt der Künstler der Strychnin Gallery (Berlin/London/New York) wieder das geräumige Foyer und bildet den Auftakt zu den beiden Messehallen der ART.FAIR 21. Hochbaums Installation “At the Gates” (“Vor den Toren”) ist ein ca. 3,40 Meter hoher und breiter Turm, bestehend aus 70 hölzernen, hausähnlichen Konstruktionen, die eine dreidimensionale Erweiterung seiner Werke auf Leinwand oder Holz darstellen. Die Gebäude sind auf einem Haufen zusammengestapelt; teils ineinander liegend und eng verschachtelt stützen sie sich gegenseitig. Umgeben wird der Turm von 700 handgefertigten Pfeilen, die ihn spiralförmig umkreisen und mitten in der Bewegung eingefroren über der Konstruktion ruhen.
Premiere feiert die 3,35 m hohe Skulptur "Love Pod" von John Dillemuth. Die Arbeit des jungen Künstlers der Kölner Galerie KunstRaum H&H besteht aus drei Komponenten: einem gepolsterten Sitz, darüber einem Baldachin und einem Turm mit einem Licht, das sich einschaltet, wenn sich jemand in die "Gondel" setzt. „In diesem Werk versuche ich, das Derbe, Biologische und Puritanische mit dem Verführerischen, Gotischen und Eleganten zu mischen.“ Sagt Dillemuth über die speziell für die ART.FAIR 21 konzipierte Installation. "Love Pod" gibt dem Betrachter die Möglichkeit der Interaktion mit dem Werk.
»Zeitgenössischer Barock«
ist ein Thema, dem Künstler sich in jüngster Zeit mehrfach zugewendet haben. Auf der ART.FAIR 21 vertritt Jorge Villalba eine Malerei dieses Stils. Sein Ölbild „Der Heilige Antonius“ wurde als Schenkung eines Sammlers an das Kunsthistorische Museum Wien weitergegeben. Eine Arbeit ähnlicher Thematik produziert der Künstler derzeit eigens für den Messeauftritt der Münchner Jörg Heitsch Galerie auf der ART.FAIR 21.
Ralph Schriever fördert die junge und bereits preisgekrönte Künstlerin der Düsseldorfer Schule, Sala Lieber. Ihre neuen Monumentalbilder sind noch nicht begonnen und tragen bereits Reservierungen ihrer Sammler der neobarocken Malerei.
Madeline von Foerster (Jahrgang 1974) gehört zu den Newcomern, die schon auf der vergangenen ART.FAIR 21 Sammlerscharen in die Koje von Strychnin Gallery gezogen hat. Sie lädt den Betrachter in das bezaubernde, klaustrophobische Reich der Wunderkammern ein, deren Konzept der Spätrenaissance bzw. dem Barock entstammt. Die in San Francisco geborene Künstlerin mit österreichisch-deutsch-russischem Migrationshintergrund die Technik der Alten Meister - das Malen mit Eitempera - erlernt, die sie bis heute anwendet.
»Renommierte Kunst«
Wer auf bekannte Namen setzt, wird auf der ART.FAIR 21 leicht fündig. Bei der Galerie Purrmann finden sich Imi Knoebel, Günther Förg und Ralph Fleck. Die Galerie Supper zeigt einen Altmeister der Leipziger Schule: Andreas Wachter. Jim Avignon wird von der Jörg Heitsch Galerie gebracht. Und Sigmar Polke ist mit Achim Duchow in einer Sonderschau der Galerie Kunstraum 21 präsent.
»Junge Kunst«
Jung aber bereits bekannt und gehandelt sind Positionen wie die von dem englischen Künstler Julian Opie bei Flügel-Roncak (Nürnberg), der bereits auf der documenta 8 mit seinem Werk von sich Reden machte. Auch Barbara von Stechow bringt ihre jungen Aufsteiger nach Köln. Unter ihnen die Malerinnen Maria Bubenik, Justine Otto, Helle Jetzig, Cameron Rudd und den Bildhauer Daniel Wagenblach. Ebenfalls in vielen internationalen, prominenten Sammlungen vertreten - wie dem Jewish Museum (New York), Tel Aviv Museum of Art oder Kennedy Center (Washington D.C.) – ist Yigal Ozeri, zu sehen bei der Galerie Andreas Binder.
»Newcomer«
Einblicke in die Szene der internationalen Aufsteiger bieten u.a. Z.frische Kunst mit der koreanischen Foto-Künstlerin Jungmin Ryu. Ihr Werk besteht aus fünf zusammengesetzten Fotos von gewöhnlicher Birkenrinde, die den Eindruck einer Berglandschaft im Wolkenmeer macht.
Berlin Art Projects präsentiert als beachtenswerte Newcomerin die türkische Künstlerin Yasam Sasmazer (Jg. 1980). Ihre Holzskulpturen sind lebensgroße und realitätsnahe Abbilder von Kindern, die sich an der Grenze zwischen Traum und Albtraum bewegen.
NACHWUCHSKÜNSTLER KOMMEN INS RENNEN
Der Gesellschafter ART.AWARD 09
Die zehn Finalisten des Gesellschafter ART.AWARD 09 stehen fest. Aus Berlin haben es dieses Jahr gleich fünf Kandidaten in die Endauswahl geschafft. Die Künstler stehen ab dem 1. September mit ihren Arbeiten im Internet zur Abstimmung. Sie alle können nun ihre Vita um eine Gruppenausstellung sowie eine Platzierung in dem nationalen Kunstwettbewerb ergänzen. Denn vom 28. bis 31. Oktober präsentieren die zehn Finalisten des Gesellschafter ART.AWARD 09 ihre 4 Malereien, 3 Fotoarbeiten und 3 Serien in einer Sonderausstellung auf der ART.FAIR 21. Hier findet auch am 1. November um 15 Uhr die Preisverleihung für die drei Gewinner statt.
Der 1/AWARD by Pilsner Urquell
Mit dem Fotografiewettbewerb begibt sich Pilsner Urquell bis zum 1. September 2009 wieder unter den Young Professionals, Amateuren und Fotografiestudenten in Deutschland auf die Suche nach dem „New Talent of the Year“. Über den Titelträger und die zehn ausgesuchten Finalisten der Sonderausstellung, die im Kölner Kunstherbst auf der ART.FAIR 21 – Messe für aktuelle Kunst präsentiert werden, entscheidet die Fachjury. Die Titelvergabe findet am Vernissagetag der ART.FAIR 21, am Mittwoch, den 28. Oktober um 16.15 Uhr statt.
ART.FAIR 21 ERWEITERT DEN KUNSTBEGRIFF
Ein hochkarätiges, interdisziplinäres Rahmenprogramm (siehe gesonderte Pressemitteilung) aus Fashion, Multimedia, Performance, Party unterstützt die ohnehin pulsierende Stimmung, die aus der ART.FAIR 21 den verkaufsstarken Marktplatz für Kunst des 21. Jahrhunderts macht, der Aktualität garantiert.
ART.FAIR 21 | Gladbacher Wall 5 | Köln-Innenstadt
Öffnungszeiten: Donnerstag/Freitag/Samstag, 29.-31.Oktober 13h - 21h
Sonntag, 1. November 11h -19h
Vernissage: Mittwoch, 28. Oktober 17.00h - 22h
ART.FAIR 21: Mit freundlicher Unterstützung von Pilsner Urquell, Auslober des Fotowettbewerbs 1/AWARD
Pressekontakt:
raumposition. Gabriele Busse
Ippendorfer Allee 53 | 53127 Bonn | art.fair@raumposition.de
t. 0228 – 928 949 07 |f. 0228 – 928 949 08 |